Die Qualitätsstufen Q1 bis Q4
Im Innenausbau ist geregelt, wie fein eine Fläche verspachtelt wird. Die Stufen bauen aufeinander auf, und welche nötig ist, bestimmt der spätere Belag — nicht der Geschmack.
Q1 ist die Grundverspachtelung: Fugen und Schraubköpfe werden gefüllt, mehr nicht. Optische Anforderungen gibt es keine; das reicht für Flächen, die später verkleidet oder nicht einsehbar sind.
Q2 ist die Standardverspachtelung und der übliche Fall im Wohnbereich: Die Fläche wird so nachgearbeitet, dass keine Abspätze und Grate stehen bleiben. Ausreichend für Raufaser, mittel- und grobstrukturierte Tapeten sowie Putzaufträge.
Q3 geht darüber hinaus: Zusätzlich wird die Fläche breiter ausgezogen, sodass auch feinstrukturierte Tapeten und matte Anstriche sauber wirken.
Q4 ist die höchste Stufe: Die gesamte Fläche wird ganzflächig überzogen. Nötig ist das überall dort, wo Streiflicht auf die Wand fällt oder glänzende Anstriche und glatte Vliestapeten geplant sind — also genau in den Fällen, in denen jede Unebenheit sichtbar würde.
Wir sagen Ihnen vor Ort, welche Stufe Ihr Vorhaben braucht — auch dann, wenn das die günstigere ist. Q4 auf einer Wand, die anschließend Raufaser bekommt, ist herausgeworfenes Geld.
Verputzen oder verspachteln — der Unterschied
Die Begriffe werden oft vermischt, meinen aber zwei Dinge. Verputzen heißt, eine Fläche mit einer relativ dicken Putzschicht zu überziehen — typischerweise auf Mauerwerk, um überhaupt eine ebene, tragfähige Oberfläche herzustellen. Verspachteln arbeitet mit dünnen Schichten Spachtelmasse und dient dazu, eine bereits vorhandene Fläche zu glätten, Fugen zu schließen und Fehlstellen auszubessern. Auf Gipskarton wird gespachtelt, auf rohem Mauerwerk verputzt.
Typische Anlässe
Am häufigsten kommen wir nach dem Rückbau: Wenn Tapete und alter Putz entfernt sind, kommen Risse, Fehlstellen und ausgebrochene Kanten zum Vorschein. Dazu kommen Plattenstöße nach Trockenbauarbeiten, Schlitze nach Elektroarbeiten und Flächen, die nach einem Wasserschaden sandig geworden sind und neu aufgebaut werden müssen.
Nach einem Wasserschaden
Auch hier gilt die feste Reihenfolge: Erst muss die Bausubstanz nachweislich trocken sein — die Trocknung übernimmt unser Partnerbetrieb —, dann wird gespachtelt. Auf feuchtem Untergrund hält weder Spachtelmasse noch der spätere Anstrich. Der Gesamtablauf steht auf der Seite zur Wasserschadensanierung.